PROSTATA MRT

 

Warum Screening – PSA – Biopsie

Das Prostatakarzinom ist das häufigste Karzinom bei Männern, jeder 8. Mann erkrankt daran. Pro Jahr gibt es in Österreich mehr als 5.200 Neuerkrankungen und mehr als 1.200 Todesfälle. (Statistik Austria)

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko ein Prostatakarzinom zu bekommen. Männer, deren Brüder oder Väter an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, haben das über zweifach erhöhte Risiko. (S3-Leitlinie der AWMF)

Das Screening für Prostatakarzinom durch Bestimmung des PSA-Werts im Blut kann die Anzahl der Todesfälle um 20 % reduzieren (New England Journal of Medicine 2009: 360,1320-1328). Eine Erhöhung des PSA ist allerdings recht häufig und muss nicht durch ein Karzinom verursacht sein. Wenn allein auf Basis eines erhöhten PSA transrektale Prostata-Biopsien vorgenommen werden, dann sind diese zu mehr als 75 % umsonst. Da Biopsien auch ein relevantes Komplikationsrisiko haben (Infektion, Blutung), sollten unnötige Eingriffe vermieden werden. (The Lancet 2017: 389, 815-822). Alleiniges PSA-Screening macht auch eine „Über-Diagnose“ von Prostatakarzinomen weil ca. 50 % der damit entdeckten Tumore in Wirklichkeit keinen Einfluss auf die Lebenszeit gehabt hätten und daher unnötig behandelt werden. (S3-Leitlinie der AWMF)

 

Bedeutung der MRT

Die Stärke der MR-Untersuchung liegt darin, dass damit jene Prostatakarzinome zur Darstellung kommen, die auch wirklich einer Therapie bedürfen. Für die Diagnose von behandlungswürdigen (signifikanten) Prostatakarzinomen zeigt die multiparametrische MRT der Prostata höhere Sensitivität und besseren Vorhersagewert als die Biopsie. Mit Prostata MRT können daher 27 % von Biopsien vermeiden werden, die eigentlich nicht notwendig gewesen wären. (The Lancet 2017: 389, 815-822)

Internationale Richtlinien der Urologie (z.B. European Association of Urology) empfehlen daher bei erhöhtem PSA die Durchführung einer MRT der Prostata um das weitere Vorgehen zu entscheiden (Biopsie bzw. Wahl der Therapie). (New England Journal of Medicine 2018; 378:1767-1777, (European Urology 2019; 76(2):142-150)

Die Krankenkassen geben eine Kostenrückerstattung, wenn die Zuweisung vom einem Facharzt/ärztin für Urologie ausgestellt wurde und erhöhtes PSA vorliegt.

 

Untersuchungsablauf:

Wir haben ein besonders hochqualitatives, modernes 3 Tesla MR-Gerät mit besonders hoher Bildqualität. Unsere MR-Technik ist optimiert für eine eventuelle spätere Verwendung der Bilder für Fusions-Biopsie. Die intravenöse Gabe von Kontrastmittel ist wertvoll und erforderlich und sollte nur in begründeten Ausnahmefällen unterlassen werden. Die Befundung der Prostata-MRT wird bei uns immer von zwei erfahrenen Fachärzten durchgeführt (vier Augen Prinzip) um die diagnostische Sicherheit noch weiter zu erhöhen. Die Befundung wird anhand der weltweit etablierten Kriterien des PIRADS Schemas durchgeführt.

Wenn sich suspekte Läsionen zeigen, ergänzen wir unsere schriftlichen Befunde mit Bildern, auf denen wir diese Läsionen deutlich kennzeichnen, damit exakte Nachvollziehbarkeit besteht. Zusätzlich fertigen wir für Sie eine graphische Darstellung der verdächtigen Regionen anhand des international etablierten 39 Sektoren Modells an. 

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