MR-Mammographie / Brustkrebs-Vorsorge

Brustkrebs ist das häufigste Karzinom bei Frauen, jede 8. Frau erkrankt daran. Pro Jahr gibt es in Österreich mehr als 5.500 Neuerkrankungen und mehr als 1.500 Todesfälle. (Statistik Austria) Die größten Risikofaktoren sind das Lebensalter, positive Familienanamnese und genetische Faktoren. Wenn es gelingt, Brustkrebs in einem möglichst frühen Stadium zu finden, dann sind die Heilungschancen am besten.

MR-Mammographie ist die beste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs und das nicht nur bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko, sondern auch bei Frauen mit normalem Risiko.  (MRI versus mammography for breast cancer screening in women with familial risk (FaMRIsc): a multicentre, randomised, controlled trial. Lancet Oncology 2019 Aug;20(8):1136-1147)Link

 

Die MR-Mammographie ist die aussagekräftigste Bildgebung für die Brüste, denn mit dieser Methode können benigne (gutartige) von malignen (bösartigen) Veränderungen am sichersten unterschieden werden. Sie hat von allen Untersuchungsmodalitäten die höchste Sensitivität bei der Detektion von Brustkrebs. (Breast MRI: State of the Art. Radiology 2019 Sep;292(3):520-536)Link

Eine Studie von 1.506 Vorsorge Untersuchungen hat gezeigt, dass mit MR-Mammographie 90 % aller Brustkarzinome gefunden werden, mit konventioneller Mammographie hingegen nur 38 %. Ein großer Anteil der Karzinome (45 %) konnte überhaupt nur mit MR-Mammographie gesehen werden und war mit den anderen Modalitäten gar nicht darstellbar. (Journal of Clinical Oncology. 2015 Apr 1;33(10):1128-35) Link

Mithilfe der MR-Mammographie wird Brustkrebs in viel früheren Studien gefunden als mit der Röntgen-Mammographie, was natürlich die Therapiechancen der betroffenen Frauen wesentlich verbessert. Außerdem hat die MRT im Vergleich zur Mammographie eine wesentlich höhere Sensitivität für biologisch therapiebedürftige Karzinome im Vergleich zu nicht-therapiebedürftigen (bei der konventionellen Mammographie ist das umgekehrt!). Bei Frauen mit dichtem Brustdrüsengewebe zeigen sich die Vorteile der MR-Mammographie im Vergleich zur Röntgen-Mammographie am allerdeutlichsten. (Alternative screening for dense breasts: MRI. American Journal of Roentgenology. 2015;204: W141-W149)Link

Vergleichen Sie selbst:
MR-Mammographie (links) vs. konventionelle Röntgen-Mammographie (rechts)
Das Karzinom (weiße Pfeile) ist nur auf der MR-Mammographie zu sehen.
Das verdächtige Areal auf der Röntgen-Mammographie rechts (blauer Pfeil) war in Wirklichkeit kein Karzinom.

 “Compared with mammography and ultrasound, MRI provides the best chance of detecting a cancer, often when very small and, with such a high negative predictive value, a normal MRI examination can reassure a patient that there is nothing significant in the breast.”

(©American Journal of Roentgenology. Alternative screening for dense breasts: MRI. 2015;204: W141-W149)

(© Annual Review of Medicine 2019 Jan 27;70:501-519; Abkürzung MSKCC = Memorial Sloan Kettering Cancer Center, NYU New York University)

Die aktuellen internationalen Empfehlungen 

von führenden Wissenschaftlern sagen, dass Brustkrebsvorsorge am besten mit MR-Mammographie durchgeführt wird und der konventionellen Mammographie oder der Ultraschall-Untersuchung vorzuziehen ist. Das gilt nicht nur für Frauen mit genetisch erhöhtem Risiko (für diese Patientengruppe ist diese Empfehlung seit vielen Jahren unstrittig), sondern auch für Frauen mit normalem Risiko. (Contrast-enhanced MRI for breast cancer screening. Journal of Magnetic Resonance Imaging 2019 Aug;50(2):377-390.)Link

Screening MR – ein neues Konzept

Ein Hemmschuh für die generelle Durchsetzung der MR-Mammographie zur Brustkrebsvorsorge ist das Argument der Kosten, die nicht nur durch die teuren Geräte sondern auch durch die relativ lange Untersuchungsdauer bedingt sind. Von weltweit führenden Mamma-Experten wurde daher ein innovatives Untersuchungskonzept entwickelt, das gleiche Sensitivität wie die herkömmliche MR-Mammographie hat, aber in kürzerer Zeit und somit günstiger angeboten werden kann. Das Dr. Bader MR-Ambulatorium ist österreichweit der ersten Anbieter dieses innovativen Screening-Protokolls zur Brustkrebsvorsorge. (Abbreviated Magnetic Resonance Imaging (MRI) for Breast Cancer Screening: Rationale, Concept, and Transfer to Clinical Practice. Annual Review of Medicine 2019 Jan 27;70:501-519)Link

Weltweit wurden bereits zahlreiche wissenschaftliche Studien über dieses Konzept publiziert mit mehr als 6.500 teilnehmenden Frauen und mehr als 800 gefundenen Brustkrebsfällen. Übereinstimmend bestätigen diese Studien die diagnostische Gleichwertigkeit des kürzeren Screening-Protokolls versus des vollen diagnostischen Protokolls. 

Aufgrund allerneuerster Erfahrungen führender Mamma-Spezialisten am AKH-Wien haben wir dieses Screening-Protokoll um eine diffusionsgewichtete MR-Sequenz erweitert, weil damit zusätzliche Information über die histologische Zusammensetzung des Gewebes gewonnen werden kann, was die Unterscheidbarkeit von benignen und malignen Veränderungen verbessert. Der zusätzliche Zeitaufwand ist durch die höhere Diagnosesicherheit ein wertvoller Beitrag für Ihre Gesundheit.

Untersuchungsablauf:

Im Dr. Bader MR-Ambulatorium bieten wir beim vollen diagnostischen Protokoll sowie beim kürzeren Screening-Protokoll der MR-Mammographie allerhöchste Qualität. Bei uns haben Sie Zugang zu einem 3 Tesla Gerät mit besonders hoher Feldstärke mit hochauflösender dedizierter Mamma-Spule (Antenne), die größtmöglichen Komfort während der Untersuchung bietet. Die Befundung der MR-Mammographie wird bei uns immer von zwei erfahrenen Fachärzten durchgeführt (vier Augen Prinzip) um die diagnostische Sicherheit noch weiter zu erhöhen. Die Befundung wird anhand der weltweit etablierten Kriterien des MR-BIRADS Schemas durchgeführt.

Die Untersuchung sollte bei Frauen, die einen Menstruationszyklus haben, idealerweise um den 10. Zyklustag stattfinden, denn da besteht die beste Aussagekraft. Bei Frauen ohne Zyklus ist jeder Tag gleich gut geeignet. Sie brauchen vor der Untersuchung sonst keine vorbereitenden Maßnahmen zu bedenken. Für die Untersuchung ist immer die intravenöse Gabe von Kontrastmittel notwendig, weil damit die Sensitivität der Untersuchung steigt und sich gutartige von bösartigen Veränderungen am besten unterscheiden lassen.

Bedenken Sie aber, dass es trotz höchster Sorgfalt sein kann, dass ein Karzinom dennoch nicht zur Darstellung kommt oder gefunden wird! Auch ist es wichtig zu wissen, dass es in vielen Fällen nach der MR-Untersuchung angezeigt ist, eine MR-Kontrolluntersuchung (z.B. in 6 Monaten und/oder einem Jahr) oder eine Biopsie durchführen zu lassen. Viele dieser Biopsien zeigen zum Glück keinen Krebsnachweis. Es ist zur Zeit aber nicht möglich diese „unnötigen“ Biopsien zu vermeiden.

(© Annual Review of Medicine 2019 Jan 27;70:501-519; Abkürzung MSKCC = Memorial Sloan Kettering Cancer Center, NYU New York University)

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